Erfolgreiche Saison trotz Direktabstieg

So schnell ist die Saison wieder rum. Die Saisonziele waren als Mannschaft zusammenzuwachsen und zu versuchen mit einigen Mannschaften auf Augenhöhe zu spielen. Dadurch, dass der VV Schwerte seine Mannschaft aus der Landesliga zurückgezogen hat, stand von vornherein ein Direktabsteiger fest. So wäre es vielleicht sogar möglich gewesen, den Klassenerhalt über den Relegationsplatz zu erreichen, was auch das ausgesprochenes Mannschaftsziel war.

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Die Saison fing schon mit einem Kracher an. Der DJK Eintracht Datteln war der erste Gegner, gegen den die Mädels mutig spielten und es sogar in Sätzen eins und drei schafften, die Führung zu übernehmen. Leider gelang es Datteln die Sätze im letzten Moment zu drehen. Als zweiter Gegner stand der Lüner SV als Verbandsligaabsteiger auf dem Plan. Nach einem 2:0 Rückstand gelang es den Mädels die Sätze drei und vier zu gewinnen und den ersten Punkt in der Landesliga für sich zu verbuchen. 

Im dritten Spiel kam dann der nächste Hammer:  VC Recklinghausen 90. Die Mädels spielten im ersten Satz mit dem Aufstiegsfavoriten auf Augenhöhe. Mit starken Aufschlägen und mutigen Angriffen setzten sie die Annahme und Abwehr unter Druck, sodass die großgewachsenen Angreiferinnen hier ihren Vorteil zunächst nicht ausspielen konnten und wenn doch, dann wehrten die Hernerinnen die spektakulär angegriffenen Bälle ab. So lag Herne mit 22:18 im ersten Satz vorne. Doch auch wie gegen Datteln gab man diese Führung wieder aus der Hand. Im weiteren Verlauf spielten die Mädels weiter mutig auf, doch der VCR war einfach stärker. 

Im vierten Spiel gelang der FT-Volleyballmannschaft das Unvorstellbare: Wir gewannen gegen den SuS Olfen deutlich mit 3:0. Die Mädels hatten an dem Tag einfach einen spitzen Tag und kamen mit der niedrigen Hallendecke in Gelsenkirchen sehr gut zurecht, während Olfen starke Schwierigkeiten hatte. Leider verletzte sich an diesem Tag Sina Tungel und fiel für zweieinhalb Monate aus. Lena Jonas zog sich aus persönlichen Gründen vom aktiven Sport zurück und stand noch als Notfallspielerin zur Verfügung. 

In den kommenden Spielen gegen den VC Bottrop 90 II, TC Gelsenkirchen II und auch gegen den TV Gerthe bekamen wir die Personalnöte zu spüren, so musste improvisiert werden. Lediglich das Spiel gegen TC Gelsenkirchen wurde deutlich mit 3:0 verloren.  Bei den anderen Spielen wäre durchaus etwas zu holen gewesen. So stand die Volleyballmannschaft zum Hinrundenende auf dem letzten Platz aber zumindest nicht punktelos.  Es war noch nichts verloren, da die Liga sehr ausgeglichen war - insbesondere Plätze 5- 8 lagen gerade mal vier Punkte auseinander. Mit einem Sieg hätte man direkt ins Mittelfeld vorstoßen können, sodass  die Herner Mädels motiviert waren in der Rückrunde nochmal Gas zu geben. 

Im ersten Rückrundenspiel kam es dann ganz dick: Die erste Grippewelle machte die Runde. Ana Postert, eine der beiden Herner Liberas, gab ihr Debüt als Außenangreiferin. Lena Jonas sprang über die Mitte ein. Die Mädels kämpften bis zum Äußersten und führten wie bereits im Hinspiel in Sätzen eins und drei, aber wieder drehte der DJK das Spiel.

Die Mädels qualifizierten sich mit einem Sieg über den bis dato erstplatzierten Bezirksligisten TG RE Schwelm für die Endrunde des Kreispokals. Wie auch im Jahr davor, waren zwei Landesligisten qualifiziert und durften dank des Losglückes direkt in der ersten Runde gegeneinander spielen. Hier unterlagen die Mädels dem TV Vogelsang 2:1 und verloren das KO-Spiel. Die weiteren Partien entschieden sie für sich und belegten den fünften Platz der Kreispokalmeisterschaften. 

Gegen den Lüner SV lief so gar nichts zusammen: Die Aufschläge kamen nicht, im Angriff konnte nur selten direkt gepunktet werden und sogar aus unseren Stärken wie der Feldabwehr wurde eine Schwäche. So  ging das Spiel mit 3:0 verloren. 

Im nächsten Spiel gegen den VCRecklinghausen 90 dann ein ganz anderes Bild. Der VCR war von Anfang an sehr konzentriert und setzte die Mädels sehr stark unter Druck. Die Mädels hielten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung in Feldabwehr und Block dagegen, der VCR erlaubte sich keine einzige Schwächephase und gab den Mädels keine Zeit zum verschnaufen. Trotz 0:3-Niederlage zeigten die Mädels bei diesem Spiel die beste Leistung der Saison. Aber mit Punkten an diesem Wochenende hat keiner gerechnet. Währenddessen konnten die  Abstiegskonkurrenz punkten und ihren Vorsprung ausbauen. 

Um den Anschluss an die anderen Teams nicht zu verlieren, blieben nicht mehr viele Chancen. Eine davon war  das Spiel gegen den SuS Olfen. Spieltage an Karneval stellen in den Karnevalshochburgen wie Köln und Düsseldorf nicht so das große Problem dar. Für den SuS Olfen schien es jedoch unvorstellbar, an diesem Wochenende zu spielen - zumal die Spielverlegung seitens des SuS Olfens eher suboptimal organisiert wurde. Das Spiel verlief in allen Sätzen ähnlich: Herne baute sich zunächst ein Polster von vier bis fünf Punkten auf, schaffte es hinten raus aber nicht, den Sack zuzumachen. Insgesamt war es ein sehr umkämpftes Spiel mit sehr knappen Satzergebnissen (22:25;22:25;23:25). Es hat wirklich nicht viel gefehlt, um die Sätze zu gewinnen und das Spiel wäre zu unseren Gunsten ausgegangen. 

Hochmotiviert ging es in die nächste Partie. Der VC Bottrop 90 II und der TV Gerthe waren noch in Reichweite. Das Spiel gegen Bottrop fing auch sehr gut an. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und das Herner Team gewann den ersten Satz. Der VC Bottrop glich dann jedoch zum 1:1 aus. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein sehr spannendes  Tiebreak-Spiel. Im fünften Satz waren die beiden Teams bis zum  Seitenwechsel noch gleich auf, dann fanden die Hernerinnen kein Mittel mehr, um zu punkten und Bottrop gewann 15:11. Mit nur einem Punkt aus dem Spiel wurde der Klassenerhalt sehr unwahrscheinlich. Hierzu hätte ein Erfolg gegen den TC Gelsenkirchen II und den TV Gerthe verbucht werden müssen. 

Eine kleine Hoffnung bestand noch: Der TC Gelsenkirchen war im Rennen um den Aufstiegsrelegationsplatz raus. Die Saison war somit für den TCG gelaufen, was jedoch nicht die  Einstellung des Trainers und der Mannschaft wiederspiegelt. Diese möchten die Saison so gut wie möglich beenden.  Im ersten Satz waren beide Mannschaft bis zu einem Punktestand von 12:12 gleich auf, dann brachte jedoch eine Aufschlagserie die Hernerinnen komplett aus dem Konzept  und der Satz ging mit 25:13 an Gelsenkirchen. Im zweiten Satz fanden die Hernerinnen nicht ins Spiel. Insbesondere der gut positionierte Block der Gelsenkirchenerinnen stellte für die Hernerinnen eine unüberwindbare Hürde dar(Satz 2: 14:25). Lediglich im dritten Satz trumpften die Mädels nochmal auf und zeigten, dass sie doch Volleyball spielen können und wollen, sodass sie sogar mit 16:12 in Führung gehen konnten. Im nächsten Augenblick drehte der TCG das Spiel auf einen Spielstand von 19:16. Letztendlich gewann der TCG auch den dritten Satz mit 25:22. 

Somit war TV Gerthe uneinholbar für die Hernerinnen und der Direktabstieg ein Spiel vor Saisonabschluss besiegelt. 

FT-Geschäftsführer Bernhard Weißgerber zieht dennoch ein positives Fazit der Saison: " Dafür, dass unser Volleyballteam zum größten Teil aus der Bezirksklasse stammt und das Team lediglich vier Monate für die Vorbereitung auf die Landesliga hatte, können wir zufrieden mit der Saison sein.  Es ist uns gelungen, die Aufstiegsfavoriten DJK Eintracht Datteln und VC Recklinghausen zu ärgern. Dem Lüner SV konnten wir sogar einen Punkt abknüpfen. Unsere Spielweise zeichnete sich insbesondere durch unsere starke Abwehrleistung aus. Hier agierte das Team als Einheit und versuchte je nach Angriffsmöglichkeit die beste Abwehrformation einzunehmen. Unsere Gegner mussten sich schon echt ins Zeug legen, um zu punkten. Auch von ihnen bekamen wir hierfür viel Anerkennung. Eine weitere Stärke war die Angriffssicherung - kaum ein Ball, der nach dem Block nicht weitergespielt werden konnte. "

Ebenso FT-Geschäftsführer Rainer Niederhäuser: "Für den Klassenerhalt hätten wir im Angriff durchschlagskräftiger und unsere Annahme konstanter sein müssen. Trotz der zahlreichen Niederlagen verlor die Mannschaft  nie den Spaß am Spiel. Wichtig war es, ein gutes Spiel abzuliefern und das im Training Gelernte im Spiel umzusetzen und dies ist den Mädels unserer Meinung nach auch gut gelungen. Wir freuen uns auf die nächste Saison." 

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